Kaffee ohne Koffein? Wie funktioniert das? Und kann auch ein koffeinfreier Kaffee einen aromareichen Genussmoment schaffen?

Wir geben die Antworten und vergleichen die unterschiedlichen Verfahren der Entkoffeinierung!

Für alle, die auf die anregende Wirkung von Kaffee verzichten möchten, ist die entkoffeinierte Variante eine gute Alternative. Auch hier ist die Transparenz der beste Ratgeber beim Kaffeekauf: Woher kommt der Kaffee und wie wurde den Bohnen das Koffein entzogen.

Beim entkoffeinierten Kaffee wurde das Koffein nahezu komplett entfernt. Verschiedene Prozesse stehen dafür zur Verfügung. Allen gemein ist, dass sie immer die Rohbohne, den grünen Kaffee behandeln. Wir als Rösterei kaufen also die schon im Ursprungsland entkoffeinierten Kaffeebohnen und rösten sie hier schonend in unserem Trommelröster. Wie bei jedem Kaffee suchen wir das perfekte Säure-Aromaspiel. Das kann man auch im entkoffeinierten Kaffee finden, wenn die qualitativ hochwertige Bohne auf dem besten Wege koffeinfrei wurde

Aber wie werden die Bohnen koffeinfrei?

Diese Frage stellte sich bereits im  Jahr 1905 der Wissenschaftler Ludwig Roselius. Nachdem sein Vater, nach Ludwigs Einschätzung, an einer Koffeinvergiftung verstorben war, entzog er dem Kaffee mittels Benzol das Koffein. Das erste kommerzielle Entkoffeinierungsverfahren war erschaffen. Das Koffein war weg, doch dafür beinhalteten die Bohnen nun krebserregende Stoffe. Später wurde dieses zweifelhafte Verfahren beim bekannten Kaffee HAG verwendet. Heute wird dieses Verfahren nicht mehr angewendet.

Dennoch wird in der industriellen Kaffeeverarbeitung weiterhin auf chemische Lösungsmittel bei der Entkoffeinisierung gesetzt. Der Zeit- und Kostenfaktor lässt die Industrie das Koffein bevorzugt mittels Dichlormethan in Verbindung mit Ethylacetat lösen. Dabei werden die mit Wasser oder Wasserdampf vorbehandelten Bohnen mit diesen Stoffen in direkte Verbindung gebracht. Natürlich raten wir vollkommend davon ab, diese Kaffees zu kaufen. Vor allem, da Dichlormethan im Verdacht steht, eine krebserzeugende Wirkung zu haben.

Nun kommen wir zu den natürlichen Aufbereitungsmethoden.

Eine chemiefreie Art der Entkoffeinisierung  ist das CO2-Verfahren. Hierbei werden die mit Wasserdampf vorbehandelten Bohnen sehr hohem Druck (73-300 Bar) ausgesetzt und mit überkritischen Kohlendioxid  gespült. Das Koffein wird somit flüssig herausgelöst. Wenn das Kohlendioxid verdampft, bleibt das Koffein in fester Form zurück und kann anschließend weiterverwendet werden. Es verbleiben keine CO2-Rückstände auf den Bohnen und die Aromen werden nicht beeinflußt.

Ein weiteres Verfahren, der Swiss Water Process  behandelt die Bohnen ausschließlich mit Wasser. Heißes Wasser löst das Koffein und andere Bestandteile aus dem rohen Kaffee. Diese Bohnen werden anschließend entsorgt. Dem benutzten Wasser wird mit einem Aktivkohlefilter das Koffein heraus gefiltert, die anderen Bestandteile verbleiben in dem Wasser. Folgend kommen neue Kaffeebohnen in genau dieses Wasser. Da das Wasser bereits mit Kaffeebestandteilen gesättigt ist, löst sich jetzt nur noch das Koffein. Die Aromen bleiben der Bohne somit erhalten. Dieser Vorgang wird mehrmals durchgeführt, bis sie als koffeinfrei gilt. Leider ist dieses Verfahren mit seinem enormen Wasserverbrauch nicht sehr umweltfreundlich.

Wir haben uns für unseren Shop für einen CO2-Kaffee aus Nicaragua von der Finca Mierisch entschieden. Die Familie Mierisch betreibt seit Generationen ihre Farmen in Nicaragua und Honduras. Mit nachhaltiger Bewirtschaftung der Plantagen, sozialem Engagement und ihren Spitzenqualitäten haben sie uns schon oft überzeugt. Mit ihrer eigenen Co2-Aufbereitungsanlage schaffen sie auch eine wundervolle entkoffeinierte Alternative.

Somit können wir definitiv sagen, dass es auch einen aromareichen Genussmoment ohne Koffein geben kann. Hervorragende Bohnen, optimales Entkoffeinisierungsverfahren und unsere schonende Langzeit-Röstung machen den Moment möglich!

 

 

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